Die Römer nannten diese Fladen panis focacius, Brot aus der Herdasche. Der Name leitet sich vom lateinischen focus ab, das Ofen oder Herd bedeutet. Diese italienischen Fladen aus Weißbrot gehen also bis in die Römerzeit zurück, wie bei Wikipedia nachgelesen werden kann. Sie werden so gegessen, wie sie aus dem Ofen kommen, zum Frühstück oder als kleine Mahlzeit zwischendurch. Sie gelten heute als ligurische Spezialität, werden allerdings mit unterschiedlichem Belag in vielen Teilen Italiens zubereitet. Ein anderer Name ist Schacciata. Das Rezept ist recht einfach, so dass auch ein österreichischer Hobbybäcker sich daran versuchen kann.
Als Grundlage wird ein einfacher Germteig aus Weizenmehl, Germ (Hefe), Salz, Wasser und eventuell etwas Olivenöl verwendet. Ich verwende frische Germ, die aus dem Kühlschrank kommt. Man kann sie vorher kurze Zeit mit etwas Zucker und Wasser gehen lassen, es muss aber nicht unbedingt sein. Die Zutaten werden vermischt, bis sie sich verbinden, und dann in der Maschine geknetet, bis ein seidig-glatter Teig entsteht. Der soll dann an einem warmen Ort gehen, bis er sein Volumen etwa verdoppelt hat (etwa eine Stunde).
Dann werden die Stücke ausgerollt, bis sie etwa einen halben bis einen Zentimeter dick sind, viereckig oder rund und anschließend am Backblech mit Olivenöl bestrichen. Mit dem Finger oder der Rückseite des Kochlöffels drückt man Löcher hinein, damit sich keine großen Blasen bilden. Währenddessen wird das Backrohr auf 200° bis 220° vorgeheizt und dann die Focaccia für 15 bis 20 Minuten gebacken. Die Focaccia kann in unterschiedlichsten Formen belegt werden. Unten finden sich drei Beispiele.
Die fertige Focaccia wird in Stücke geschnitten. Am besten isst man sie direkt aus dem Ofen, solange sie noch warm ist, sie schmeckt aber auch den ganzen Abend über hervorragend.
Man kann die Fladen einfach mit Olivenöl bestreichen, mit Rosmarin und Salzflocken bestreuen (links zu sehen).
Focaccia alle olive
Mit schwarzen und grünen Oliven (ohne Kern), halbiert oder in Scheiben geschnitten, die in den Teig gedrückt werden. Dann wird alles mit Rosmarin und Salzflocken bestreut (rechts).
Torta salata
In der Emilia Romagna legt man Paradeiser (Tomaten) darauf, halbiert und eventuell mit Käse bestreut. Kräuter geben einen besonders guten Geschmack.
Vorschläge für Mengenangaben
600 g Weizenmehl Typ 700
360 ml Wasser
12 g Salz
18 g Germ/Hefe (alternativ 6 g Trockengerm)
12 ml Olivenöl (kann auch unterbleiben)
Belag:
Olivenöl zum Bestreichen
Rosmarin
Salz (grob oder in Flocken)
Olivenöl zum Bestreichen
Oliven grün und schwarz entsteint, halbiert oder in Scheiben
Rosmarin
Salz (grob oder in Flocken)
Olivenöl zum Bestreichen
Paradeiser (Tomaten) halbiert oder in Scheiben
geriebener Käse
eventuell Kräuter
Salz (grob oder in Flocken)



